Henricus Johannes Arntzenius

Henricus Johannes Arntzenius (* 20. April 1734 in Nijmegen; † 7. April 1797 in Utrecht) war ein niederländischer Rechtswissenschaftler.

Der Sohn des Professors der Philosophie, Geschichte und Poetik an der Universität Franeker Johann Arntzenius (1702-1759) und dessen Frau Alida Johanna Busschoff erhielt die erste Ausbildung vom Vater. Am 16. September 1749 immatrikulierte er sich an der Universität Franeker. Ein weiteres Mal schrieb er sich am 31. Mai 1755 in die Matrikel der Hochschule als Student der Rechtswissenschaften ein, wo er unter Hermann Cannegieter (1723-1804) die Abhandlung ad leg. 2 Dig. de in ius voc. (Franek. 1755) verteidigte. Dann wurde er Rektor der Schule in Leeuwarden, wo er am 27. Dezember 1757 seine Einführungsrede de Inscriptionum et lapidum eruditorum praestantia (Leeuwarden 1760) hielt.
Nach erfolgter Disputation unter Cannegieter erhielt er in Franeker am 13. Juli 1760 den akademischen Grad eines Doktors der Rechte. Am 1. September 1763 ging er als Rektor, Gymnasialprofessor und Bibliothekar nach Zutphen, welches Amt er mit der Rede de Praecipuis iurisprudentiae calamitatibus (Zutphen 1763) antrat. Hier lehnte er Angebote eines Rektorats in Den Haag und Amsterdam ab.
1774 wurde er von den Kuratoren der Universität Groningen zum Professor des römischen Rechts berufen, welche Stelle er am 8. Dezember desselben Jahres mit der Rede de Legibus quibusdam regiis, civilis apud Romanos sapientiae fonte (Groningen 1774) antrat. Er war 1784/85 Rektor der Hochschule und nachdem er eine Berufung nach Franeker ausgeschlagen hatte, wurde ihm 1787 zudem die Professur des niederländischen Staatsrechts übertragen. Am 19. Mai 1788 beriefen ihn die Kuratoren der Universität Utrecht zum Professor für römisches Recht und Rechtsgeschichte, welches Amt er am 23. September 1788 mit der Abhandlung De optima iuris Romani antecessoris forma, in Gerardo Noodtio, Noviomago, spectata antrat. Er beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Utrechter Hochschule und war 1793/94 Rektor der Alma Mater.
Arntzenius war zwei Mal verheiratet. Seine erste Ehe schloss er am 5. August 1760 mit Rachel Cannegieter, der Tochter des Professors und Rektors in Arnheim Hendrik Cannegieter und dessen Frau Rachel Muys. Seine zweite Ehe ging er am 30. April 1770 in Zutphen mit Maria Beatrix Exalto d’Almaras († 15. September 1797 in Utrecht) ein. Aus beiden Ehen stammen mehrere Kinder. Drei Söhne überlebten ihren Vater. Bekannt sind Hendrik Jan Arntzenius (* 4. Februar 1763 in Leeuwarden; † 20. Februar 1830 in Groningen), Johann Otto Arntzenius (1770-1825) und Hermann Arntzenius (1765-1842).

Hochschulrat (Türkei)

Der Yükseköğretim Kurulu, abgekürzt mit YÖK, ist das zentrale staatliche Kontrollgremium türkischer Hochschulen.

Der Hochschulrat wurde im Jahre 1981 gegründet. Dies geschah nach der Maßgabe des Hochschulgesetzes Nr. 2547, welches das Hochschulwesen nach den Vorstellungen der Militärregierung neu ordnete. Die Universitäten wurden entpolitisiert und der staatlichen Kontrolle unterworfen. Damit wurde die Autonomie und Selbstverwaltung abgeschafft, die den Hochschulen nach der Verfassung von 1961 zugestanden worden waren.
Die Aufgaben des Hochschulrates wurden auch in der Türkischen Verfassung von 1982 festgeschrieben. Der Rat ernennt die Dekane, schlägt Rektoren vor, kontrolliert die Haushalte der Universitäten, bestimmt den Lehrplan und entscheidet über das Aufnahmeverfahren der Studenten (ÖSS). Es war der Hochschulrat, der 1982 das Kopftuchverbot an türkischen Universitäten erließ.
Die wichtigsten Instanzen des Hochschulrates sind:
Der Hochschulrat besitzt 21 Mitglieder, die jeweils zu einem Drittel vom Staatspräsidenten, Ministerrat und den Hochschulen bestimmt werden. Bis zum Jahre 2004 bestimmte der Generalstab auch ein Mitglied des Hochschulrates.
Der Vorsitzende des Hochschulrates wird vom Staatspräsidenten bestimmt. Der Vorsitzende seit Ende 2011 heißt Gökhan Çetinkaya, der zuvor 2008–2011 Gründungsrektor der privaten İstanbul Șehir Üniversitesi war. Sein Vorgänger als YÖK Vorsitzender war von 2007 bis 2011 Yusuf Ziya Özcan.

Colomba Antonietti

Colomba Antonietti (* 19. Oktober 1826 in Bastia Umbra; † 13. Juni 1849 in Rom) war eine italienische Patriotin, die während des Ersten Italienischen Unabhängigkeitskrieges fiel. Heute tragen Straßen und Schulen ihren Namen.

Die Eltern – der Bäcker Michele Antonietti und seine Frau Diana Trabalza – zogen mit ihren Kindern nach Foligno um. Dort lernte die 15-jährige Colomba den Grafen Luigi Porzi, Kadett in der päpstlichen Truppe, kennen. Das gesellschaftlich ungleiche Paar heiratete am 13. Dezember 1846 gegen den Willen der Angehörigen in Foligno. Der Graf ging mit seiner Frau nach Bologna, wo seine Mutter lebte, und später nach Rom. Dort war das Bataillon des Ehemannes stationiert. Porzi wurde zum Leutnant befördert, musste aber eine Weile in der Engelsburg bei halbem Sold verbringen, weil er sich unerlaubt verehelicht hatte.
Nachdem sie sich ihr Haar nach Männerart gekürzt hatte, trat Colomba im Frühjahr 1849 in die Freischar Garibaldi ein, in der sie als Schütze diente. Während der Verteidigung der Römischen Republik kämpfte sie zunächst Mitte Mai 1849 gegen die spanischen Bourbonen in Velletri und in Palestrina. Anschließend beteiligte sie sich an der Verteidigung Roms gegen das von Pius IX. zu Hilfe gerufene französische Expeditionskorps unter General Oudinot. Während einer Kanonade der Franzosen wurde Colomba am 13. Juni an der Porta San Pancrazio tödlich verwundet. Sterbend in den Armen ihres Gatten, soll Colomba geflüstert haben: „Viva l’Italia“ (Es lebe Italien).[A 1][A 2]

Sächsische XIV HT

Als Sächsische Gattung XIV T wurden dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen für den gemischten Dienst auf Haupt- und Nebenstrecken bezeichnet. Die Deutsche Reichsbahn ordnete die Lokomotiven ab 1925 in die Baureihe 75.5 ein.
Als Nachfolger der nur zweifachen gekuppelten Gattung IV T entwickelte die Sächsische Maschinenfabrik in Chemnitz eine dreifach gekuppelte Tenderlokomotive. Die neue Lokomotive sollte vor allem vor den Vorortzügen in den Ballungsräumen zum Einsatz kommen.
Von 1911 bis 1921 wurden dann in drei Serien insgesamt 106 Lokomotiven von den Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen in Dienst gestellt. Die neue Lokomotive galt zum Zeitpunkt ihres Erscheinens als die schwerste 1’C1′-Lokomotive im Bereich der mitteleuropäischen Eisenbahnverwaltungen. Eingesetzt wurden die Lokomotiven nicht nur vor Vorortzügen, sondern letztlich vor allen Arten von Reisezügen auf den Neben- und Hauptstrecken in den sächsischen Mittelgebirgen.
Nach dem Ersten Weltkrieg musste ein Teil der Lokomotiven entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrages an Polen, Belgien und Frankreich als Reparationsleistung abgetreten werden. Nach 1920 konnte die neu gegründete Deutsche Reichsbahn nur noch 83 Lokomotiven in ihren Bestand einreihen, welche sie ab 1925 in die Baureihe 75.5 einordnete.
Die in Polen verbliebenen elf Lokomotiven gelangten später zur Polnischen Staatsbahn PKP und erhielten dort die Nummern OKl101.01–11. Die belgische SNCB vergab an die vier übernommenen Maschinen die Nummern 9670, 9674, 9676 und 9686. Weitere acht Lokomotiven gelangten zur französischen Staatsbahn unter den Nummern 32-916 bis 32-923.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verblieben bei der Deutschen Reichsbahn 88 Lokomotiven. Darunter befanden sich auch einige Fahrzeuge, die 1918 an Polen und Frankreich abgegeben worden waren. 1968 waren noch 25 Maschinen im Betriebsbestand, die aber bald abgestellt wurden.
Erhalten blieben 75 501 vom Deutschen Dampflokomotiv-Museum Neuenmarkt-Wirsberg, die 2002 an das Eisenbahnmuseum Schwarzenberg als Leihgabe abgegeben wurde, und 75 515 im Sächsischen Eisenbahnmuseum in Chemnitz-Hilbersdorf, welche zuvor lange Zeit in Karl-Marx-Stadt Hauptbahnhof ausgestellt und dort am 14. Juni 1983 bei einem Rangierunfall schwer beschädigt worden war.
Die Lokomotiven besaßen einen aus zwei Schüssen bestehenden Langkessel mit zwei Dampfdomen, die durch ein innen liegendes Verbindungsrohr verbunden waren. Die Kesselspeisung erfolgte durch Injektoren, ab der Nr. 1856 erhielten die Lokomotiven Knorr-Speisepumpen mit einem quer unter dem Kessel liegenden Vorwärmer. Später wurde bei allen Lokomotiven der Vorwärmer links neben dem Schornstein angeordnet, was den Lokomotiven ihr typisches Aussehen verlieh. Es wurden Überhitzer der Bauart Schmidt verwendet.
Als Dampfmaschine dient ein Zweizylinder-Triebwerk mit einfacher Dampfdehnung und Heusingersteuerung. Angetrieben wird die mittlere, zweite Kuppelachse.
Die Treibachsen sind starr im Rahmen gelagert. Zur besseren Kurvenläufigkeit sind die Spurkränze der Treibachse geschwächt. Die Laufachsen sind als Adamsachsen ausgeführt und besitzen Blattfedern zur Rückstellung.
Als Lokomotivbremse war eine Westinghouse-Druckluftbremse eingebaut. Die Luftpumpe befand sich ursprünglich links an der Rauchkammer, später wurde sie rechts angeordnet.
Der Wasservorrat von 9 m³ befand sich in zwei seitlichen Wasserkästen und in einem im Rahmen angeordneten Behälter. Der Kohlevorrat befand sich hinter dem Führerhaus.
Als Nebenbahnlokomotive waren alle Maschinen mit einem Dampfläutewerk ausgerüstet.
Deutsche Reichsbahn (1920–1945): Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven
Deutsche Bundesbahn: Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven
Deutsche Reichsbahn (1945–1993): Schnellzug-, Personenzug-, Güterzug-, Tender-, Schmalspurlokomotiven
Länderbahnen: Baden · Bayern · Mecklenburg · Oldenburg · Pfalz · Preußen · Sachsen · Württemberg · Elsaß-Lothringen

The Hakkenden

The Hakkenden (jap. THE八犬伝 dt. „Die Legende der acht Hunde[krieger]“) ist eine OVA-Reihe vom Animationsstudio AIC produziert wurde. The Hakkenden ist aufgeteilt in zwei Serien. Die erste mit 6 Episoden erschien 1990/91 und die zweite The Hakkenden – Shinshō (THE八犬伝~新章~, Shinshō = Neues Kapitel) mit 7 Episoden 1993-95.

The Hakkenden basiert auf dem Epos Nansō Satomi Hakkenden, das Kyokutei Bakin in der ausgehenden Edo-Zeit schuf. Nansō Satomi Hakkenden (南総里見八犬伝) umfasst 106 Bände und gilt als umfangreichstes Werk der klassischen japanischen Literatur.
Der Name Hakkenden bezieht sich auf die Hauptpersonen der Geschichte, die acht Hundekrieger Hakkenshi (八犬士). Die Serie besteht aus drei Hauptteilen: aus dem Prolog, aus der Suche und aus der Auflösung der Geschichte.
Die Handlung spielt zu Beginn der Sengoku-Zeit in Awa, einer kleinen Provinz in der heutigen Präfektur Chiba. Im Kampf gegen einen dämonischen, übermächtigen Feind erhält der Satomi-Klan unerwartete Unterstützung durch einen Hund, der als Lohn die Tochter des Klanoberhaupts zur Gemahlin fordert und auch erhält. Aus der Verbindung gehen die acht Hundekrieger hervor, die noch als Babys nach der Tötung des Hundes voneinander getrennt werden.
Während der Suche erkennen sich die Hundekrieger daran, daß ihre Nachnamen mit inu (Hund) beginnen, an einem Geburtsmal in Form einer Päonie und an einer Perle mit je einem Schriftsymbol der acht fundamentalen konfuzianischen Werte. Der Schlussteil zeigt den abschließenden Kampf der Hundekrieger im Dienst des Satomi-Klans.

Hans Gamber

Hans Gamber (* 4. August 1944 in Landstuhl) ist ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Verleger.

Der gelernte Journalist arbeitete von 1969 an als Lektor beim Heyne Verlag in der Sparte Kriminalromane, gab nebenbei die von ihm konzipierte Zeitschrift „Shock. Magazin für exklusive Alpträume“ heraus und wechselte 1979 zum Moewig Verlag, wo er humoristische Literatur veröffentlichte. In den 1980er Jahren schrieb Gamber Kriminalromane und Thriller unter dem Sammelpseudonym Christopher Barr. Darüber hinaus schrieb er für die Comedyserie Sketchup und betreute verschiedene Literaturkolumnen in den Zeitschriften pardon und Playboy. Eine zeitlang war er auch Humor-Ressortleiter bei der Bunten.
Breite Bekanntheit erreichte Gamber mit seinen Zeitschrifenparodien, die er Ende der 1980er Jahre in seinen eigenen Verlagen (Maya- und Saga-Verlag) herausgab. Es erschienen die Perry-Rhodan-Parodie R. Hodan: „Die galaktische Gurke“ und zahlreiche Parodien von Zeitschriften, die ihren jeweiligen Originalen in Sprachduktus, Bildsprache und Layout täuschend echt nachempfunden waren. Eine Auswahl:
Während die parodierten Verlage und Redaktionen die teils derben Scherze Gambers gelassen hinnahmen, verklagte ihn Albert Uderzo. Der Asterix-Miterfinder bekam in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München recht, das die Asterix-Parodien als Plagiat einstufte. Prozesskosten, Anwaltshonorare, Schadensersatzforderungen und aus den Verkaufsverboten entstandene Verluste summierten sich zu knapp einer Million Mark, was die Insolvenz des Verlegers zur Folge hatte.
Obwohl Gamber immer wieder einen Gang bis zum EuGH angekündigt hatte, kam es offenbar nicht mehr dazu. Beim Oberlandesgericht München lässt sich nur noch in Erfahrung bringen, dass sowohl das Alcolix- als auch das Isterix-Verfahren nach der endgültigen BGH-Zurückverweisung durch Vergleich beziehungsweise durch Hauptsacheerledigung und Vergleich erledigt wurden. Peter Mühlbauer schrieb zum Ausgang bei Telepolis: „Wie genau die Vergleiche aussahen, darüber schweigt man sich auf Seiten Uderzos aus – und Gambers Spur verliert sich zwischen der pfälzischen Kleinstadt Landstuhl und einem Münchner Männerwohnheim.“
Hinter diesem Pseudonym verbargen sich Hans Gamber und der Schriftsteller Claus Cornelius Fischer, der sich damals noch Claus Fischer nannte. Sie hatten 1981 ihr Debüt mit „Soldato der Killer“ (Verlag: Droemer Knaur) und versuchten auch in den folgenden Romanen das Versprechen des „internationalen Thrillerflairs“ zu halten.
Unter dem Pseudonym Christopher Barr
Bücher als Hans Gamber Von 1969 bis 1971 als Herausgeber der deutschen Auswahlbände von Ellery Queens Kriminalmagazin im Heyne Verlag:
Als Herausgeber
Übersetzungen

Mankiwka

Mankiwka (ukrainisch Маньківка; russisch Маньковка/Mankowka, polnisch Mańkówka) ist eine Siedlung städtischen Typs und Rajonzentrum im Westen der ukrainischen Oblast Tscherkassy mit etwa 7800 Einwohnern (2014).
Mankiwka liegt im Dneprhochland am Mankiwa, einem Nebenfluss des Hirskyj Tikytsch 180 km westlich von Tscherkassy und 33 km nördlich von Uman. Die 1622 erstmals schriftlich erwähnte Ortschaft erhielt 1965 den Status einer Siedlung städtischen Typs.

Mankiwka ist Verwaltungssitz des 1923 gegründeten, gleichnamigen Rajons. Der Rajon Mankiwka hat etwa 28.000 Einwohner und eine Fläche von 765,1 km². Die Bevölkerungsdichte beträgt 38 Einwohner pro km².
Chrystyniwka | Horodyschtsche | Kamjanka | Kaniw | Korsun-Schewtschenkiwskyj | Monastyryschtsche | Schaschkiw | Schpola | Smila | Solotonoscha | Swenyhorodka | Talne | Tscherkassy | Tschyhyryn | Uman | Watutine
Siedlungen städtischen Typs Babanka | Buky | Drabiw | Jerky | Irdyn | Katerynopil | Lysjanka | Mankiwka | Stebliw | Tschornobaj | Schramkiwka | Werchnjatschka | Wilschana | Zwitkowe | Zybuliw

Synagoge Montmartre

Die Synagoge von Montmartre ist eine Synagoge im Pariser Stadtviertel Montmartre. Sie wurde 1939 bis 1940 von der Association cultuelle israélite de Paris (Israelitische Kultusgemeinde von Paris, A.C.I.P.) unter dem Architekten Germain Debré errichtet. Sie befindet sich in der Rue Saint-Isaure Nr. 13 im 18. Arrondissement. Die nächsten Métrostationen sind Jules Joffrin an der Linie 12 und Simplon an der Linie 4.

In den 1880er Jahren hatten sich viele jüdische Einwanderer um Montmartre angesiedelt. 1907 kaufte die Association cultuelle israélite de Paris ein ehemaliges Theater mit 400 Plätzen, das der Architekt Lucien Hesse zur Synagoge umbaute. Der Kauf des Gebäudes wurde durch eine Spende der Gemahlin von Edmond de Rothschild ermöglicht. Am 27 Juni 1907 wurde die Synagoge durch den Großrabbiner J. H. Dreyfuss eingeweiht. Sehr bald erwies sich das Gebäude als zu klein und veraltet. Bereits ab 1936 entwarf der Architekt Germain Debré Pläne für eine neue Synagoge. Am 9. Juli 1939, ein knappes Jahr, nach dem die Synagogen in Deutschland in der sogenannten Reichspogromnacht zum großen Teil zerstört wurden, erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge von Montmartre. Bei den Attentaten auf Pariser Synagogen am 3. Oktober 1941 wurde die Synagoge von Montmartre durch einen Bombenanschlag schwer beschädigt.
Die Synagoge von Montmartre ist eine Betonkonstruktion. Im Gegensatz zu ihrem bescheidenen Vorgängerbau weist die Fassade der neuen Synagoge einen monumentalen Charakter auf. An den erhöhten Mitteltrakt schließen sich auf beiden Seiten zweistöckige, abgerundete und von großen Fenstern durchbrochene Seitenflügel an. Zwei Säulen, eine Anspielung auf die Säulen des Tempels Salomons, tragen den Türsturz des Portals. Im Zentrum der Fassade befindet sich eine große Fensterrose, deren Speichen den Davidstern (Magen David) bilden. Unter der Rosette sind zwei große Steinplatten in Form der Gesetzestafeln angebracht, auf denen in hebräischer Sprache die Zehn Gebote eingemeißelt sind. Über dem Eingang steht in Französisch die Inschrift: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Der Grundriss der Synagoge ist fast quadratisch. Auf drei Seiten umlaufen Emporen den Innenraum. Die Bima steht vor dem Toraschrein und nicht in der Mitte des Raumes wie in den orthodoxen Synagogen üblich. Der Toraschrein ist von einem Rahmen aus Marmor eingefasst. In seiner Mitte prangt der Davidstern mit den Gesetzestafeln. Über der Bima, die von achtarmigen Leuchtern umgeben ist, befindet sich eine kleine, von Glassteinen durchbrochene Kuppel. Die Wände sind mit hebräischen Inschriften versehen. Die Balustraden der Emporen tragen die Namen der Patriarchen, der biblischen Könige, der Propheten und − was seltener vorkommt − die Namen berühmter Frauen der Bibel. Auf den Fußbodenfließen des Vorraumes ist der Davidstern dargestellt.
Belleville | Buffault | Cadet | Chasseloup-Laubat | Copernic | Gaston-de-Caillavet | Montevideo | Montmartre | Notre-Dame-de-Nazareth | Pavée | Roquette | Saint-Lazare | Tournelles | Victoire
48.8936492.344004Koordinaten: 48° 53′ 37″ N, 2° 20′ 38″ O

Villa Tidenheim

Villa Tidenheim ist eine Ortsbezeichnung (Mittellateinisch villa = Dorf, Dorfmark, Siedlung, Hof) im Lorscher Codex. Sie erscheint in dieser Schreibweise nur einmal urkundlich, und zwar mit Bezug zu einer Schenkung eines gewissen Scerphuin in Tidenheim an das Kloster Lorsch „an dem 13. kalenden des April im 14. (Regierungs-)Jahr des Königs Karl“ – das war der 20. März des Jahres 782. In dieser Schenkung wird auch eine Kirche erwähnt. Die Eintragung führt an, dass der Abt des Klosters damals Gundeland war – ein Irrtum, denn Gundeland war bereits 778 gestorben.
Im Lorscher Codex finden sich weitere ähnlich klingende Ortsbezeichnungen (Ditincheim, Titincheim, Tintingheim, Tittingesheim) mit unterschiedlichen Zeitangaben, die sich auf eine Siedlung im Niddagau beziehen. Auch in den Eppsteinschen Lehensverzeichnissen werden etwa Dyedenkeim und Didencheim genannt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um unterschiedliche Schreib- und Bildungsweisen des Namens eines einzigen Dorfes handelt, da das Mittelalter noch keine verbindliche Rechtschreibung von Ortsbezeichnungen kannte. Die heutige Schreibweise ist Dietigheim.
Sprachwissenschaftlich ist allerdings festzustellen, dass Tidenheim und Dietigheim zwar aus dem Personennamen Tido/Dito bzw. einer Ableitung davon gebildet wurden, an die dann die Endung „-heim“ angehängt wurde. Grammatisch gesehen unterscheiden sich aber beide Formen; gab es also doch zwei verschiedene Dörfer? Dafür spricht, dass im Codex Eberhardi des Klosters Fulda wiederholt der Name „Dito“ erscheint, z. B. ein „Dito comes“ genannt wird, der dem Kloster in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts Schenkungen machte. „Dito“ ist als Eigenname also verbürgt und damit auch seine Verwendung in dem „-heim“-Ort „villa Tidenheim“, wobei es im Codex Eberhardi jedoch keinen Hinweis auf eine Verbindung zum „comes“ gibt.
C.D. Vogel führte 1843 in seiner „Beschreibung des Herzogthums Nassau“ aus, Tidenheim habe bei Eschborn gelegen und sei 875 durch ein „Hochgewitter“ zerstört worden, jedoch erinnere noch der Namen eines Feldes daran. Über das gleiche Unglück, allerdings ohne Nennung von Tidenheim, berichtete schon 1731 Johann Adam Bernhard in seinen Antiquitates Wetteravae und gibt sogar zwei Quellen an, in denen diese Nachricht enthalten sei.
Eine mögliche Lokalisierung bot 1865 Friedrich Scharff, der zwar feststellt, das Tidenheimer Feld lasse sich nicht belegen, sich dann aber auf den Bürgermeister Kuntz bezieht. Von diesem habe er erfahren, dass sich in einem bestimmten Bereich, dessen Flurnamen er angibt, „Basalt- und Ziegelsteine“ im Boden gefunden hätten, die auf eine kleine Kirche oder Kapelle hindeuten könnten .
Friedrich Kofler bestritt rund 40 Jahre später die Angaben Vogels und berief sich hinsichtlich des an Tidenheim erinnernden Feldes (ohne Scharffs‘ Hinweis zu erwähnen) auf einen von ihm befragten Eschborner Pfarrer, dem es unbekannt war. Die in den letzten Jahren herausgegebene Flurnamenkarte der Historischen Gesellschaft Eschborn für die Zeit vor 1887 zeigt ebenfalls nichts Ähnliches auf, wobei allerdings einschränkend zu sagen ist, dass dabei auch Grundstücksbezeichnungen mit „Chaussee“ und „Eisenbahn“ erscheinen, die nicht gerade auf ein hohes Alter dieser Flurnamen hinweisen, andererseits aber auch nichts über das Alter der übrigen aussagen.
Kofler ortete sein „Dietigheim“ im Tal unterhalb des heutigen Bad Homburger Schlosses, das demnach nicht mit Vogels Tidenheim identisch sein kann. Er konnte seine Auffassung zusätzlich mit Schriftquellen untermauern, aus denen sich ergab, dass die ursprüngliche Bezeichnung des „Tals“ tatsächlich Dietigheim war. Auch in den „Eppsteinschen Lehensverzeichnissen“ wird Dietigheim als „iuxta Hohenberch“ bezeichnet, also in der Nähe von Homburg befindlich – dem heutigen Bad Homburg, das den Zusatz „Bad“ erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt.
Dies sagte jedoch nichts über das Alter der im Tal gelegenen Siedlung aus. Ausgrabungen im Jahre 2002 haben nun ergeben, dass die dortige Ansiedlung frühestens um 1300 entstanden ist. Verschiedene Umstände (zum Beispiel die Tatsache, dass „-heim“-Namen nur etwa bis Ende des 8. Jahrhunderts vergeben wurden, die Siedlung „Dietigheim“ also schon lange vor 1300 existiert haben musste) deuten darauf hin, dass es sich um eine der im Mittelalter recht häufigen Umsiedlungen handelte. Es ist aber nicht ersichtlich, woher die Umsiedler kamen, da darüber keine direkten Schriftquellen vorliegen. Aus dem Tidenheim bei Eschborn kamen sie jedenfalls nicht, denn das war ja nach Vogels Angaben bereits 875 untergegangen. So ist wohl davon auszugehen, dass es ein zweites Dorf gab – jedoch wo?
Lediglich als Vermutung existiert die Überlegung, Dietigheim könne in dem Areal mit dem Flurnamen „Hofstadt“ in Gonzenheim , einem Vorort östlich von Bad Homburg, gelegen haben. Kofler zitiert in seinem in Englisch geschriebenen Führer zu Homburg 1880 eine alte Sage, nach der Gonzenheim früher viel größer gewesen sei und dort auch eine Burg der homburgischen Ritter Brendel gelegen habe. Eine Interpretation, dass Dietigheim mit der Brendelschen Burg nach Homburg „umgezogen“ sein könnte, wäre zwar möglich, reicht allerdings kaum als überzeugender Beweis aus.
Abweichend davon wird auch das Georgenfeld in der entgegengesetzten, westlichen Richtung als möglicher Standort von Dietigheim vermutet. Eine Klärung dieser Frage steht aus.

Rozelle House

Rozelle House ist ein Herrenhaus in der schottischen Stadt Ayr in der Council Area South Ayrshire. 1971 wurde das Gebäude in die schottischen Denkmallisten in der höchsten Kategorie A aufgenommen. Des Weiteren bildet es zusammen mit der Rozelle Lodge ein Denkmalensemble der Kategorie B.

Die Ländereien befanden sich über Jahrhunderte in Besitz des Burghs Ayr. Erst 1754 sah sich die Stadt zur Reduktion ihres Schuldenstandes zum Verkauf genötigt. Der Geschäftsmann Robert Hamilton, der sein Vermögen mit dem Zucker- und Tabakhandel auf den Westindischen Inseln gemacht hatte, erwarb die Ländereien zum Preis von 2000 £. Im selben Jahr ließ Hamilton den Bau von Rozelle House beginnen. Das im Jahre 1760 fertiggestellte Gebäude wurde Rozelle nach Rochelle, dem Familienanwesen auf Jamaika, benannt.
Zwischen 1829 und 1831 wurde Rozelle House durch den schottischen Architekten David Bryce überarbeitet. Bis zum 15. November 1968 befand sich das Anwesen in Familienbesitz, als John Hamilton es der Stadt Ayr schenkte. Zuvor war die Familie bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste Teile der Ländereien veräußern. Die Stadt nutzt Rozelle House zu kulturellen Zwecken. So ist unter Anderem in dem Herrenhaus das Ayrshire Yeomanry Museum und in den ehemaligen Stallungen die Maclaurin Galleries eingerichtet.
Der Corps de Logis des palladianischen Herrenhauses ist zweistöckig. Mittig tritt der Eingangsbereich hervor. Er wird über eine kurze Vortreppe erreicht und ist mit Gesimse und Blendpfeilern gestaltet. Beidseitig gehen einstöckige geschwungene Flügel von diesem Gebäudeteil ab, die jeweils einen Viertelkreis beschreiben. Sie verbinden den Haupttrakt mit den vorgelagerten Pavillons. Der rechte Pavillon ist drei Achsen weit und mit zentraler Eingangstüre gestaltet. In dem linken Pavillon waren ehemals die Stallungen untergebracht. Ein Gesime bekrönt den Torweg zu dem Innenhof. Der Torweg ist mit Segmentbogen mit Schlussstein gearbeitet.
55.436527777778-4.6284444444444Koordinaten: 55° 26′ 12″ N, 4° 37′ 42″ W

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