Alois Delug

Alois Delug (* 25. Mai 1859 in Bozen; † 17. September 1930 in Wien) war ein österreichischer Maler und Professor an der Wiener Akademie der bildenden Künste.

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Bozen begann Delug mit der Malerei und wurden von dem in Bozen lebenden Maler Heinrich Schöpfer gefördert. Er übersiedelte nach Innsbruck und begann dort mit dem Geschichtsstudium, bevor er durch Franz von Wieser an die Kunstakademie in Wien empfohlen wurde. Ab 1880 absolvierte er dort die allgemeine Malerschule, ab 1883 die Spezialschule für Historien- und Porträtmalerei bei Leopold Carl Müller. Sehr einprägsam war für Delug eine dreijährige Studienreise durch Italien, Frankreich, Deutschland und Holland, bevor er in München Aufträge für religiöse und profane Historienbilder annahm. 1896 erfolgte die Übersiedlung nach Wien, wo er eine Professur an der Kunstakademie annahm. Zu seinen Schülern zählten u.a. Anton Velim, Hans Fronius, Anton Kolig, Hubert Lanzinger, Albert Stolz, Hans Popp und Franz Gruss. Ebenfalls 1896 erhielt er auf der Internationalen Kunstausstellung in Berlin eine kleine Goldmedaille. Den Aufzeichnungen des Hitler-Biographen Josef Greiner zufolge, soll Delug im Jahr 1907 Adolf Hitler wegen dessen unzulänglicher Leistungen bei seinen Aufnahmeprüfungen zur Malschule sowie anschließend zur Architekturschule einen Studienplatz an der Kunstakademie verweigert haben.
Alois Delugs ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Grinzinger Friedhof (Gruppe 19, Nummer 190).
Im Jahr 1931 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Delugstraße nach ihm benannt.

(10454) Vallenar

(10454) Vallenar ist ein Asteroid des inneren Hauptgürtels, der am 9. Juli 1978 vom deutschen Astronomen Hans-Emil Schuster am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte in Chile (IAU-Code 809) entdeckt wurde.
Der Asteroid gehört der Vesta-Familie an, einer großen Gruppe von Asteroiden, benannt nach (4) Vesta, dem zweitgrößten Asteroiden und drittgrößten Himmelskörper des Hauptgürtels. Nach der SMASS-Klassifikation (Small Main-Belt Asteroid Spectroscopic Survey) wurde bei einer spektroskopischen Untersuchung von Gianluca Masi, Sergio Foglia und Richard P. Binzel bei (10558) Karlstad von einer hellen Oberfläche ausgegangen, es könnte sich also, grob gesehen, um einen S-Asteroiden handeln.
Die zeitlosen (nichtoskulierenden) Bahnelemente von (10454) Vallenar sind fast identisch mit denjenigen von fünf kleineren Asteroiden, wenn man von der Absoluten Helligkeit von 15,6, 15,6, 16,7, 16,8 und 17,1 gegenüber 14,2 ausgeht: (21291) 1996 VG6, (21774) O’Brien, (288314) 2004 BS36, (305599) 2008 YB124 und (337584) 2001 SM338.
(10454) Vallenar wurde am 1. Mai 2003 nach der chilenischen Stadt Vallenar benannt, der Hauptstadt der Provinz Huasco. Vallenar befindet sich 90 Kilometer nördlich des La-Silla-Observatoriums.

Håkon Andersen

Håkon Andersen (* 3. August 1978) ist ein ehemaliger norwegischer Biathlet.
Andersen gab sein Debüt 2001 im Europacup in Ål, wo er im Einzel Fünfter wurde. Bis 2005 wurde er ausschließlich auf kontinentaler Ebene eingesetzt und erreichte häufig gute Platzierungen, darunter 2005 ein zweiter Platz mit der Staffel in Ridnaun. Danach rückte er für drei Rennen beim Weltcup in Osrblie in das Weltcupteam auf und konnte als 24. im Einzel auch schon im ersten Rennen erste Weltcuppunkte sammeln. Anschließend startete er bislang nur noch im Europacup. In Forni Avoltri gewann er 2007 mit der Staffel sein erstes Europacuprennen. Bei den Europameisterschaften 2006 in Langdorf gewann er mit Alexander Os, Hans Martin Gjedrem und Jon Kristian Svaland Staffelbronze. Zu Beginn der Saison 2007/08 gewann er sein erstes Einzelrennen, ein Verfolgungsrennen in Forni Avoltri, im Europacup. Seit 2008 kam Andersen nicht mehr international zum Einsatz. National gewann Andersen bei den Norwegischen Meisterschaften 2005 hinter Hans Martin Gjedrem im Einzel die Silbermedaille.
Die Tabelle zeigt alle Platzierungen (je nach Austragungsjahr einschließlich Olympische Spiele und Weltmeisterschaften).

Oppidum La Quille

Das Oppidum La Quille (französisch Oppidum de la Quille, provenzalisch La Quilho) ist ein südfranzösisches Oppidum auf dem Gebiet der Gemeinde Le Puy-Sainte-Réparade im Département Bouches-du-Rhône. Es entstand in der Latènezeit.
Die Siedlung befand sich auf dem 454 Meter hohen Hügel Le Puech. Dieser Hügel bildet heute einen Teil des Gemeindenamens (Le Puy). Da man von dieser Position Sicht auf das ganze Durance-Tal hatte, bot der Standort wichtige strategische Vorteile. Die Siedlung breitete sich über einer Fläche von 1,8 Hektar aus. Nach der erstmaligen Nutzung im 4. bis 1. Jahrhundert vor Christus wurde der Standort im Mittelalter erneut verwendet. 1907 beschrieb ein Archäologe, der dort römische und keltische Fundstücke entdeckt hatte, das ehemalige Oppidum zum ersten Mal.
Der Name La Quille bezeichnet eigentlich einen mittelalterlichen Turm. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dieser noch gut erhalten, doch durch das Beben von Lambesc im Jahr 1909 wurde er beschädigt, 1980 wurde er durch Blitzschlag zusätzlich beschädigt.

Thomas H. Werdel

Thomas Harold Werdel (* 13. September 1905 in Emery, Hanson County, South Dakota; † 30. September 1966 in Bakersfield, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Politiker. Zwischen 1949 und 1953 vertrat er den Bundesstaat Kalifornien im US-Repräsentantenhaus.
Im Jahr 1915 kam Thomas Werdel mit seinen Eltern in das Kern County in Kalifornien, wo er die öffentlichen Schulen einschließlich der Kern County Union High School besuchte. Danach studierte er bis 1930 an der University of California in Berkeley. Nach einem anschließenden Jurastudium an derselben Universität und seiner 1936 erfolgten Zulassung als Rechtsanwalt begann er in Bakersfield in diesem Beruf zu arbeiten. Gleichzeitig schlug er als Mitglied der Republikanischen Partei eine politische Laufbahn ein. In den Jahren 1943 und 1945 saß er als Abgeordneter in der California State Assembly. Bei den Kongresswahlen des Jahres 1948 wurde Werdel im zehnten Wahlbezirk von Kalifornien in das US-Repräsentantenhaus in Washington D.C. gewählt, wo er am 3. Januar 1949 die Nachfolge von Alfred J. Elliott antrat. Nach einer Wiederwahl konnte er bis zum 3. Januar 1953 zwei Legislaturperioden im Kongress absolvieren. Diese waren von den Ereignissen des Kalten Krieges und des Koreakrieges geprägt.
Im Jahr 1952 wurde Werdel nicht wiedergewählt. Nach dem Ende seiner Zeit im US-Repräsentantenhaus praktizierte er wieder als Anwalt. 1956 bewarb er sich als Running Mate von T. Coleman Andrews bei der Präsidentschaftswahl um das Amt des Vizepräsidenten. Die beiden Kandidaten der States′ Rights Party kamen auf 108.055 Wählerstimmen, was einem Anteil von 0,17 Prozent entsprach und den dritten Platz hinter dem siegreichen Dwight D. Eisenhower und dem demokratischen Herausforderer Adlai Stevenson bedeutete. Thomas Werdel starb am 30. September 1966 in Bakersfield.
1. Bezirk: Wright | Marshall | Latham | Denver | McKibbin | Burch | Phelps | Cole | McRuer | Axtell | Houghton | Clayton | Piper | H. Davis | Rosecrans | Henley | T. Thompson | De Haven | Geary | Barham | Coombs | Gillett | W. Englebright | Raker | Kent | Lea | Scudder | C. Miller | Clausen | H. Johnson | Chappie | Bosco | Riggs | Hamburg | Riggs | M. Thompson | LaMalfa • 2. Bezirk: Gilbert | McCorkle | McDougall | Herbert | C. Scott | Sargent | Higby | Sargent | Page | Budd | Louttit | Biggs | Caminetti | G. Johnson | De Vries | Woods | T. Bell | McKinlay | Kent | Raker | H. Englebright | Engle | H. Johnson | Clausen | Chappie | Herger | Huffman • 3. Bezirk: Low | Shannon | Bidwell | J.A. Johnson | Coghlan | Luttrell | Berry | Henley | McKenna | Hilborn | English | Hilborn | Metcalf | Knowland | Curry Sr. | Curry Jr. | Buck | J.L. Johnson | Moss | B. Matsui | Fazio | Ose | Lungren | Garamendi
4. Bezirk: Houghton | Wigginton | Pacheco | Wigginton | Pacheco | Tully | Morrow | Cutting | Maguire | J. Kahn | Livernash | J. Kahn | F. Kahn | Havenner | Rolph | Havenner | Mailliard | Leggett | Fazio | Doolittle | McClintock • 5. Bezirk: Glascock | Felton | Clunie | Loud | Wynn | Hayes | J. Nolan | M. Nolan | Flaherty | Welch | Shelley | P. Burton | J. Burton | P. Burton | S. Burton | Pelosi | B. Matsui | D. Matsui | M. Thompson • 6. Bezirk: Sumner | Markham | Vandever | Bowers | Cannon | McLachlan | Barlow | R. Waters | McLachlan | Needham | Knowland | Elston | MacLafferty | Carter | G.P. Miller | Condon | Baldwin | Mailliard | J. Burton | P. Burton | Boxer | Woolsey | D. Matsui • 7. Bezirk: Bowers | Castle | Needham | McLachlan | Stephens | Church | Barbour | Eltse | Tolan | Allen | Cohelan | Dellums | G. Miller | Bera • 8. Bezirk: Daniels | S. Smith | Hayes | Hersman | Free | McGrath | J. Anderson | G.P. Miller | Stark | Dellums | Pelosi | Cook
9. Bezirk: C. Bell | Randall | Lineberger | Evans | Church | Gearhart | White | A. Hunter | Younger | Edwards | Stark | Dellums | Lee | McNerney • 10. Bezirk: Stephens | Benedict | Osborne | Fredericks | Crail | Stubbs | Elliott | Werdel | Gubser | Edwards | Baker | Tauscher | Garamendi | Denham • 11. Bezirk: Kettner | Swing | Evans | McGroarty | J. Hinshaw | Outland | Bramblett | J.L. Johnson | McFall | Younger | McCloskey | Ryan | Royer | Lantos | Pombo | McNerney | G. Miller | DeSaulnier • 12. Bezirk: Hoeppel | Voorhis | Nixon | Hillings | Hunter | Sisk | Talcott | McCloskey | Zschau | Konnyu | T. Campbell | Lantos | Speier | Pelosi • 13. Bezirk: Kramer | Poulson | Healy | Poulson | Bramblett | Teague | Lagomarsino | Mineta | Stark | Lee • 14. Bezirk: T. Ford | Gahagan | Yorty | Hagen | Baldwin | Waldie | McFall | Shumway | Doolittle | Eshoo | Speier • 15. Bezirk: Traeger | Costello | McDonough | McFall | Sisk | Coelho | Condit | Mineta | T. Campbell | Honda | Swalwell
16. Bezirk: Dockweiler | L. Ford | Rogers | E. Patterson | Jackson | A. Bell | Sisk | McFall | Talcott | Panetta | Edwards | Lofgren | Costa • 17. Bezirk: Colden | Geyer | King | G. Anderson | McCloskey | Krebs | Pashayan | Dooley | Panetta | Farr | Honda • 18. Bezirk: J. Burke | B. Scott | Eaton | W. Johnson | Doyle | Bradley | Doyle | Hosmer | Hagen | Mathias | Ketchum | Thomas | Lehman | Condit | Cardoza | Eshoo • 19. Bezirk: Collins | Sheppard | Holifield | Lagomarsino | Lehman | Radanovich | Denham | Lofgren • 20. Bezirk: Burnham | Izac | J. Hinshaw | H. Smith | Moorhead | Goldwater | Thomas | Dooley | Costa | Farr • 21. Bezirk: Sheppard | Hiestand | Hawkins | Corman | Fiedler | Gallegly | Thomas | Nunes | Valadao • 22. Bezirk: Phillips | Holt | Corman | Moorhead | Huffington | Seastrand | W. Capps | L. Capps | Thomas | McCarthy | Nunes • 23. Bezirk: Izac | Fletcher | McKinnon | Doyle | Clawson | Rees | Beilenson | Gallegly | L. Capps | McCarthy • 24. Bezirk: Poulson | Lipscomb | Rousselot | Waxman | Beilenson | Sherman | Gallegly | L. Capps
25. Bezirk: Hillings | Kasem | Rousselot | Cameron | Wiggins | Roybal | McKeon | Knight • 26. Bezirk: Yorty | Roosevelt | Rees | Rousselot | Berman | Dreier | Brownley • 27. Bezirk: Sheppard | Burkhalter | Reinecke | Goldwater | A. Bell | Dornan | Levine | Moorhead | Rogan | Schiff | Sherman | Chu • 28. Bezirk: Utt | A. Bell | Y. Burke | Dixon | Dreier | Berman | Schiff • 29. Bezirk: Phillips | Saund | Brown | Danielson | Hawkins | M. Waters | Waxman | Schiff | Cardenas • 30. Bezirk: B. Wilson | Roybal | Danielson | Martínez | Becerra | Waxman | Sherman • 31. Bezirk: C. Wilson | Dymally | Martínez | Solis | Becerra | G.G. Miller | Aguilar • 32. Bezirk: Hosmer | G. Anderson | Dixon | Watson | Solis | Chu | Napolitano • 33. Bezirk: Sheppard | Dyal | J. Pettis | Clawson | Grisham | Dreier | Roybal-Allard | Watson | Bass | Waxman | Lieu • 34. Bezirk: Hanna | Hannaford | Lungren | Torres | Napolitano | Roybal-Allard | Becerra • 35. Bezirk: Utt | Schmitz | G. Anderson | Lloyd | Dreier | Lewis | M. Waters | Negrete McLeod | Torres • 36. Bezirk: B. Wilson | Ketchum | Brown | Harman | Kuykendall | Harman | Hahn | Ruiz
37. Bezirk: Van Deerlin | Y. Burke | J. Pettis | S. Pettis | Lewis | McCandless | Tucker | Millender-McDonald | Richardson | Bass • 38. Bezirk: Martin | Tunney | Veysey | Brown | J. Patterson | Dornan | Horn | Napolitano | Sánchez • 39. Bezirk: A. Hinshaw | Wiggins | Dannemeyer | Royce | Sánchez | Royce • 40. Bezirk: B. Wilson | A. Hinshaw | Badham | Cox | Lewis | Royce | Roybal-Allard • 41. Bezirk: Van Deerlin | B. Wilson | Lowery | Kim | G.G. Miller | Lewis | Takano • 42. Bezirk: Burgener | Van Deerlin | D. Hunter Sr. | Lungren | Rohrabacher | Brown | Baca | G.G. Miller | Calvert • 43. Bezirk: Veysey | Burgener | Packard | Calvert | Baca | M. Waters • 44. Bezirk: Bates | Cunningham | McCandless | Bono | Bono Mack | Calvert | Hahn • 45. Bezirk: D. Hunter Sr. | Rohrabacher | Bono Mack | J. Campbell | Walters • 46. Bezirk: Dornan | Sanchez | Rohrabacher | Sanchez • 47. Bezirk: Cox | Sanchez | Lowenthal • 48. Bezirk: Packard | Issa | Cox | J. Campbell | Rohrabacher • 49. Bezirk: Schenk | Bilbray | S. Davis | Issa • 50. Bezirk: Filner | Cunningham | Bilbray | D. Hunter Jr. • 51. Bezirk: Cunningham | Filner | Vargas • 52. Bezirk: D. Hunter Sr. | D. Hunter Jr. | Peters • 53. Bezirk: S. Davis

Peter Frommhold von Löwis of Menar

Peter Frommhold von Löwis of Menar (* 9. Februar 1769 in Sackhof, Estland; † 28. November 1829 ebenda) war ein baltischer Adeliger, schottischer Abstammung, aus dem Adelsgeschlecht Löwis of Menar. Er war russischer Major und später Agrarpolitiker und Hakenrichter.

Peter Frommhold von Löwis of Menar wurde als dritter Sohn des Reinhold Friedrich von Löwis of Menar (1731–1794) und dessen Ehefrau Dorothea Elisabeth Clapier de Colongue (1744–1799) geboren. Seine Brüder waren der russische Generalleutnant Friedrich von Löwis of Menar (1767–1824) und der Zeichner und Historiker Andreas von Löwis of Menar (1777–1839). Er diente im russischen Heer und erlangte den Dienstgrad eines Majors. Nach seinem Abschied aus der Armee wurde er ab 1793 Gutsbesitzer von Kandel und danach erbte er Sackhof. Ihm wurde das Amt eines Hakenrichters für die Gemeinde Strand-Wierland übertragen. In dieser Eigenschaft erließ er zwischen 1801 bis 1804 ein Gesetzbuch für die Bauern in Kandel. Hierin wurden das ländliche Nutzungsrecht und Gemeindegerichtsbarkeit festgelegt. Es beinhaltete auch die Möglichkeiten zum Erwerb der Freiheit und weitere administrative Ausführungsbestimmungen. P.F. Löwis of Menar setzte sich für die Entwicklung einer ländlichen Sozialstruktur und Schulwesens ein und unterstütze die Einrichtung eines Lehrerseminars.
Kandel (Kandla auch Kandle mõis) ist ein Erbrittergut und liegt bei Arensburg. Es besteht seit dem Mittelalter als Hof Wackerselge in der Wacke und wurde 1542 erwähnt. 1548 wurde der Besitz erheblich vergrößert und bestand aus zwei Dörfern. Von 1542 bis 1730 gehörten der estländischen Familie Berg die Güter und wechselte 1793 an P.F. von Löwis of Menar. Anfang des 19. Jahrhunderts übernahm die Familie v. Güldenstubbe das Gut und 1919 erbte Ludwig von Güldenstubbe das Rittergut. Seit 1909 gehörte das Gut Kandel zur Gemeinde Kergelhof und ging 1939 in die Gemeinde Kergel über
P.F. von Löwis of Menar heiratete 1798 Ottilie Charlotte Wilhelmine von Toll (1774–1804), aus dieser Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Amir Kassaei

Amir Kassaei (* 1968 in Teheran, Iran) ist ein iranisch-österreichischer Werbetexter, internationaler Kreativchef der Werbeagentur DDB und ehemaliger Sprecher des Art Directors Club Deutschland.
Amir Kassaei war als 13-jähriger an den Kampfhandlungen im Iran-Irak-Krieg beteiligt, floh aber im Kofferraum eines Fluchthelfers in die Türkei und von dort nach Österreich. Er stellte einen Asylantrag, hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und erhielt schließlich die österreichische Staatsbürgerschaft. Seinen Zivildienst leistete er u. a. auf einer Sterbestation. Nach der Matura begann er ein Wirtschaftsstudium in Paris und arbeitete als Controller bei L’Oréal. Er wechselte zu der Wiener Werbeagentur Barci & Partner und 5 Jahre später als Werbetexter zu Springer & Jacoby, wo er zum Executive Creative Director aufstieg. Nach Kampagnen für Mercedes, Coca-Cola und Apple kündigte er und wechselte 2003 als Kreativchef und geschäftsführender Gesellschafter zur DDB Group Germany.
Kassaei gewann mehr als 2.000 nationale und internationale Werbepreise und war selbst Jurymitglied beim Werbefilmfestival in Cannes und beim Clio, bzw. Jurypräsident in Méribel und beim Eurobest Festival. Er ist Mitglied des deutschen ADC, des ADC New York, der CCA und des britischen D&AD. Laut dem Kreativranking The Big Won war er in den letzten Jahren unter den drei besten Kreativchefs der Welt und wurde 2009 zum besten Kreativchef der Welt erklärt. 2011 wurde er zum internationalen Kreativchef von DDB ernannt. Von 2008 bis 2009 war er Vorstandssprecher des deutschen ADC.

Franz Seraph von Dietrichstein

Franz Seraph von Dietrichstein (tschechisch František z Ditrichštejna ; * 22. August 1570 in Madrid; † 19. September 1636 in Brünn) war Bischof von Olmütz und Kardinal sowie seit 1624 Reichsfürst.
Er entstammte dem österreichischen Adelsgeschlecht Dietrichstein. Seine Eltern waren der kaiserliche Diplomat Adam von Dietrichstein und Margarete († 1609), Tochter des sardischen Vizekönigs Antonio Folche Duque de Cardona (Haus Folch de Cardona).
Dietrichstein studierte an den Universitäten Wien und Prag sowie an der päpstlichen Universität in Rom, Collegio Romano. Im Alter von 21 Jahren wurde er Kanoniker in Olmütz, zwei Jahre später in Breslau und Passau. 1594 folgte die Berufung zum Propst des Leitmeritzer Kollegiatkapitels. 1597 wurde er zum Priester geweiht und 1599 von Papst Clemens VIII. zum Kardinal der Titelkirche San Silvestro in Capite (bis 1623) ernannt.
Im selben Jahr wählte das Olmützer Domkapitel den kaiserlichen und päpstlichen Wunschkandidaten Franz Seraph von Dietrichstein zum Nachfolger des 1598 verstorbenen Bischofs Stanislaus Pavlovský von Pavlovitz. Die Amtsübernahme in Olmütz erfolgte erst am 9. Juni 1600. Als Bischof gehörte er zu den Verfechtern der Gegenreformation, wobei er die katholische Erneuerung im Geiste Philipp Neris verfolgte. Er galt als Vertreter des Barockhumanismus und setzte sich für Kunst, Wissenschaft und die Bildung des Volkes ein. Für den Olmützer Dom ließ er einen neuen repräsentativen Chor im Stil des Frühbarock bauen.
Von 1602 an war er stellvertretender Landeshauptmann von Mähren. 1607 ernannte ihn Kaiser Rudolf II. zum Präsidenten des Geheimen Rates. 1608 bis 1611 vertrat er den Kaiser bei Verhandlungen mit dessen Bruder Matthias und krönte diesen 1611 zum König von Böhmen. 1617 krönte er dessen Nachfolger Ferdinand II.
Zusammen mit Karl dem Älteren von Žerotin erreichte er, dass sich die mährischen Stände am Aufstand von 1618 nicht beteiligten. Nach dem vorübergehenden Sieg der böhmischen Protestanten wurde Dietrichstein 1619 gestürzt und des Landes verwiesen. Seine Güter wurden konfisziert. Nach der Schlacht am Weißen Berg kehrte er aus Wien zurück und erhielt neben seinen konfiszierten Gütern zwei weitere Herrschaften von Kaiser Ferdinand II. geschenkt. Weitere Besitzungen, wie etwa 1611 die Herrschaft Rosenburg in Niederösterreich erwarb er käuflich hinzu. Mit seinem Vermögen stiftete er zahlreiche Klöster. Er gehörte zu den Verfechtern der Rekatholisierung und erreichte, dass die katholische Kirche in Mähren an Bedeutung gewann. Nach 1620 stieg er zum Generalkommissar und Landeshauptmann von Mähren auf. 1622 wirkte er als Richter gegen die Aufständischen. Ein Jahr vor seinem Tod wurde er „Protector Germaniae“. Am 16. März 1624 wurde er in Wien von Kaiser Ferdinand II. als erster Vertreter des Hauses Dietrichstein in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben. Dies mit dem Recht, den Fürstenstand – insbesondere an seine Neffen – weitergeben zu können. Kardinal von Dietrichstein setzte daraufhin seinen Neffen Maximilian von Dietrichstein zum Universalerben und Nachfolger in der fürstlichen Würde ein.
Die von ihm hinterlassene Bibliothek auf Schloss Mikulov (deutsch Nikolsburg) wurde 1645 von den Schweden geraubt.
Stanislaus Thurzó von Bethlenfalva | Bernhard Zoubek von Zdětín | Johannes XVI. Dubravius | Marek Khuen | Wilhelm Prusinovský von Víckov | Johannes XVII. Grodetzký von Brod | Thomas Albin von Helfenburg | Johannes XVIII. Mezoun | Stanislaus Pavlovský von Pavlovitz | Franz Seraph von Dietrichstein | Johannes XIX. Ernst Plateis von Plattenstein | Leopold Wilhelm von Österreich (nicht geweiht), Administratoren: Andreas Orlik von Lažisko, Kaspar Karas von Rhomstein, Johannes Kaspar Stredele von Montani, Kaspar Karas von Rhomstein (2.), Roderich von Santhilier | Karl I. Joseph von Österreich | Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn | Karl III. Joseph von Lothringen | Wolfgang Hannibal von Schrattenbach | Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn | Ferdinand Julius von Troyer | Leopold II. Friedrich von Egkh und Hungersbach | Maximilian von Hamilton

Freirichter

Die Freirichter der Glatzer Landes bzw. seit 1459 der Grafschaft Glatz waren eine privilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.

Die Geschichte der Freirichter hängt mit der Besiedlung des zu Böhmen gehörenden Glatzer Kessels mit Deutschen zusammen. Sie begann unter König Wenzel I. und wurde von seinem Sohn Ottokar II. Přemysl intensiviert. Die Zuweisung von Land an die Lokatoren erfolgte durch den Glatzer Burggrafen in seiner Eigenschaft als königlicher Statthalter.
Die Freirichter stammten zumeist von den deutschen Lokatoren ab, denen für den Einsatz bei der Urbarmachung und Besiedlung von zugewiesenem Land vom böhmischen König besondere Rechte eingeräumt wurden. Sie erhielten bis zu sechs Hufen Land und andere Privilegien und waren u. a. verpflichtet, Abgaben für den Grund- bzw. Landesherrn einzuziehen. Demgegenüber wurden die damals schon existierenden tschechischen Dörfer des Glatzer Landes erst allmählich zu deutschem Recht umgesetzt. Sie lagen überwiegend entlang der Straßenverbindungen nach Prag und Brünn und blieben sog. Kammerdörfer, denen ein von der Herrschaft eingesetzter Schulze vorstand. In den neu gegründeten oder zu deutschem Recht umgewandelten Städten bekleidete der Vogt eine dem Freirichter vergleichbare Position. Seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand der „Verband der Vögte und Richter“, der auf die Einhaltung und Durchsetzung der Privilegien achtete.
Urkundlich erwähnt wurden die Freirichter erstmals 1337. Die für sie geltenden Rechtsnormen waren bis in das 14. Jahrhundert mündlich tradiert. Schriftlich niedergelegt wurde deren Rechtsstatus – unter Berufung auf älteres Recht – erstmals durch den böhmischen König Karl IV. am 13. Juli 1348. Neben der Bestätigung der bisherigen Privilegien versprach der König in diesem Dokument den Vögten, Richtern und Scholzen des Glatzer Landes, ihr Land nie mehr von der Krone Böhmens zu trennen, zu verkaufen oder zu verpfänden. Dieses Versprechen brach der König jedoch schon zwei Jahre später, als sein Freund und Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz die ihm und seinen zwei Brüdern gehörenden Dörfer Batzdorf und Niederschwedeldorf dem Glatzer Augustiner-Chorherren schenkte. Da alle Untertanen dieser Dörfer zukünftig der Gerichtsbarkeit ihrer neuen Grundherren unterstehen sollten, schenkte der König die beiden Freirichter dem Erzbischof, der sie mit seiner Stiftung verbinden sollte. Obwohl sich beide Freirichter diesem Vorhaben widersetzten, mussten sie sich schließlich auf Befehl des Königs der Augustiner-Propstei unterwerfen.
Im Gegensatz zu den Freirichtern besaß der Adel seine Güter nur als königliches Lehnsgut, über das er nicht frei verfügen konnte, und das Lehen konnte nur in männlicher Linie vererbt werden. Soweit keine Nachkommen vorhanden waren, fiel es beim Tod des Besitzers an die königliche Kammer zurück. Deshalb waren Adelige häufig bemüht, die privilegierten Freirichtergüter zu erwerben. Auch die Städte und der Jesuitenorden eigneten sich aus diesem Grunde Freirichtereien an. Andererseits stiegen einzelne Freirichter wegen ihres Reichtums und ihres Ansehens in den niederen Adel auf. Die Freirichter unterstanden dem Gericht in Glatz. Eine Besonderheit war, dass sie nach den Rittern und dem Klerus als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.
Im böhmischen Ständeaufstand standen die meisten Freirichter auf Seiten der Aufständischen. Sie wählten den Oberlangenauer Freirichter Hans Wolf zu ihrem Anführer, der sich bei der Verteidigung von Habelschwerdt besondere Verdienste erwarb. Nachdem die Kaiserlichen 1622 die Grafschaft Glatz erobern konnten, wurden 1625 49 Freirichter zum Verlust von bis zu zwei Dritteln ihrer Güter oder zu Geldstrafen verurteilt. Da sich fast alle Freirichter zum evangelischen Glauben bekannten, wurden sie vor die Alternative gestellt, katholisch zu werden oder auszuwandern. Durch diese Maßnahmen sowie durch die kriegsbedingten Plünderungen und Kontributionen verarmten die Richterfamilien. Zudem verloren die Freirichter ihre Standeseigenschaft an die Immediat-Städte.
Die zunächst ebenfalls verlorenen Privilegien erhielten sie am 7. Mai 1652 nach Zahlung einer größeren Geldsumme von Kaiser Ferdinand III. in dessen Eigenschaft als König von Böhmen zurück. Zu den Sonderrechten zählten – je nach verbrieftem Recht – das Brauurbar, der Ausschank, verschiedene Handwerke, die Hasen- und Fuchsjagd, die Vogelstellerei und die Fischerei. In den nächsten Jahrzehnten gingen zahlreiche Freirichtereien, die den Charakter selbständiger Güter hatten, in Adelsbesitz über. Die Richtergüter Friedersdorf und Schreckendorf wurden zu Rittergütern erhoben. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft verloren die verbliebenen Freirichtereien ihre Sonderrechte. Sie wurden als selbständige Gutsbezirke weitergeführt.
Das Richtergut war rechtlich selbständig und unabhängig und mit Dominialrechten ausgestattet. Zu seinem Besitz gehörten neben Ländereien und Wäldern auch Mühlen, Handwerksstätten, häufig auch ein Kretscham, die Braugerechtigkeit und das Fischereirecht. Die dem Richtergut unterstellten Untertanen mussten dem Richter Zins zahlen und waren auch zu Dienstleistungen verpflichtet. Das Richtergut und die damit verbundenen Privilegien konnten frei an Kinder beiderlei Geschlechts vererbt werden. Bei einem Verkauf wurden die Rechte mitverkauft, d. h. sie blieben bei dem jeweiligen Hofanteil. Die Güter waren steuerfrei, lediglich auf die neu hinzugekommenen Grundbesitzungen mussten Steuern entrichtet werden. Sie wurden deshalb als Zinshuben bezeichnet.
Die Freirichter standen dem Dorfgericht vor, das aus Schöffen bestand, die von den Dorfbewohnern gewählt wurden. Das Dorfgericht besaß neben der Polizeigewalt auch die Niedere Gerichtsbarkeit. Die Freirichter waren in der Rechtspflege völlig unabhängig vom Gutsherrn bzw. den Adligen, die über das Dorf herrschten. Von den verhängten Bußgeldern erhielt der Freirichter ein Drittel, die anderen zwei Drittel der Gutsherr. Den Freirichtern unterstanden nur die freien Bauern des Dorfes. Nachdem es nach den Hussitenkriegen dem Adel gelang, auf seinen Gütern nach und nach neben der öffentlichen Gewalt auch die Gesetzgebung und die Verwaltung an sich zu reißen, ging das Richtergericht im 16. Jahrhundert zu Grunde.

Hamburg-Eidelstedt

Eidelstedt ist ein Stadtteil im Bezirk Eimsbüttel am nordwestlichen Rand der Freien und Hansestadt Hamburg.

Eidelstedt grenzt im Norden an den Hamburger Stadtteil Schnelsen, im Osten an Niendorf, im Süden an Stellingen und Bahrenfeld, im Südwesten an Lurup und im Nordwesten an die Schleswig-Holsteinischen Gemeinden Halstenbek und Rellingen.
Eidelstedt blickt, wie viele Stadtteile des heutigen Hamburg, auf eine lange Geschichte als Bauerndorf zurück. Davon sind jedoch nicht viele Zeugnisse übrig geblieben: aufgelockerte Wohnbebauung aus den 1950er- bis 1970er-Jahren mit Hochhäusern, Wohnblöcken und Einfamilienhäusern und dazwischen zahlreiche vielbefahrene Hauptverkehrswege prägen das Ortsbild. Trotz viel Beton und gelbverklinkerter Einfamilienhäuser ist Eidelstedt ein recht grüner Stadtteil geblieben, der abseits der Hauptstraßen eine ruhige Nähe zum ländlichen Umland zeigt. Das Ortszentrum am Eidelstedter Platz, einem Verkehrsknotenpunkt, hat den Charakter eines mittelgroßen, etwas verstreuten Einkaufszentrums. Die Eidelstedter Feldmark im östlichen Drittel des Stadtteils, jenseits der Autobahn, ist Weideland geblieben und soll als naturnaher Zwischenraum zwischen zwei Hamburger Siedlungsachsen erhalten bleiben.
Eidelstedt, das weit bis ins 18. Jahrhundert hinein noch Eilstede, Eylstedt oder Eylenstede genannt wurde, wurde erstmals als klar umgrenzte Feldmark im Jahre 1588 genannt. Zu dieser Zeit bestand Eidelstedt aus „acht vollen und fünf halben Bauhöfen sowie“ zwölf Katen der Gemeindehirten. Der Name mit der Nachsilbe -stedt weist jedoch bereits auf die sächsische Gründung eines Runddorfes hin, durch einen ersten Siedler namens Eyler und bedeutet entsprechend Wohnstätte des Eylers. Nach einer anderen Lesart wird er von Ilenstätten abgeleitet, einer Blutegelstätte, da bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in der durch den Ort führenden Mühlenau und im Mühlenteich Blutegel zur medizinischen Verwertung gefangen wurden.
1908 noch berichtete Henning Oldekop in seiner Topographie des Herzogtums Holstein von einer überwiegend ländlichen Struktur mit vorwiegend Milchwirtschaft, Garten- und Gemüsebau und zehn Baumschulen und Gärtnereien. Dennoch gab es schon eine ausgedehnte Industrieproduktion (Lack und Firnis, Holzessig, Drahtnetze, Kalksandstein, Dünger, Fischkonserven und Bier), die den Anwohnern der Produktionsstätten im wahrsten Sinne des Wortes „stank“. In den 1920er Jahren verschwand dann das Jaarsmoor im Nordwesten. Der Eidelstedter Brook im Norden und das Sprützfeld im Westen wurden abgeholzt und bebaut.
1927 wurde Eidelstedt (auch wegen seines großen Güterbahnhofs interessant) in Altona eingemeindet, 1937 dann ein Groß-Hamburger Stadtteil.
Am 27. September 1944 wurde am Friedrichshulder Weg, im heutigen Stadtteil Lurup, das Frauenlager Eidelstedt als Außenlager des KZ Neuengamme eingerichtet.
1979 kam es zu einem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hamburg wegen chemischer Kampfmittel- und Giftfunde auf dem Gelände der Chemischen Fabrik Stoltzenberg am Farnhornstieg im südlichen Zipfel von Eidelstedt.
Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft gehört Eidelstedt zum Wahlkreis Stellingen-Eimsbüttel-West. Die Bürgerschaftswahl 2015 führte zu folgendem Ergebnis:
Blasonierung des Eidelstedter Stadtteil-Logos „Wappen für Eidelstedt“: In Gold wurzelt eine schwarzstämmige Doppeleiche mit breiter grüner Laubkrone und siebzehn goldenen Eicheln. Rechts und links von den Wurzeln in Versalien der Wahlspruch UP EWIG UNGEDEELT. Unterer Schild geteilt: rechts – durch die Schildrundung angeschnitten – in Rot eine silberne dreitürmige Burg mit geschlossenem Tor, über den Turmspitzen ein Kreuz und zwei Sterne (Hamburg Wappen), links in Blau eine silberne vierflügelige Holländerwindmühle. Über dem Wappen kann Schwarz und in voller Wappenbreite in Versalien der Schriftzug HAMBURG-EIDELSTEDT stehen.
Das Wappen für Eidelstedt wurde in den Jahren 2008 bis 2010 in einem quasi basis-demokratischen Prozess unter starker Einbeziehung der Eidelstedter Bevölkerung entwickelt. Initiatoren dieses Prozesses sind die drei Vereine Eidelstedter Bürgerhaus, Eidelstedter Bürgerverein und der Sportverein Eidelstedt. Jeder in Eidelstedt soll die Möglichkeit haben, das Stadtteil-Logo unentgeltlich als Identitätssymbol für seine Zwecke einzusetzen.
Das Eidelstedter Bürgerhaus ist ein Stadtteilkulturzentrum. Es wurde im Oktober 1980 im Gebäude der alten Schule Elbgaustraße gegründet. Neben kulturellen Veranstaltungen wie Theater, Comedy und Konzerten gibt es regelmäßige Kurse in den Bereichen Computer, Gesundheit, Kreatives und Sprache. 1984 fand hier der erste Chaos Communication Congress statt, ein vom Chaos Computer Club jährlich organisiertes Treffen.
Seit 1906 steht im Stadtteil eine Kirche des Architekten Hugo Groothoff, die seit den 1950er-Jahren den Namen Elisabethkirche trägt.
An der Kieler Straße nördlich der Güterumgehungsbahn liegt der Sola-Bona-Park (⊙53.60242249.9144735). Er bildet das südliche Eingangstor zur Eidelstedter Feldmark und hat seinen Namen von einer Inschrift an einer Villa im Park, die heute als KITA genutzt wird: „sola bona quae honesta“ („Nur die Dinge sind gut, die anständig sind“). Der ehemalige Besitzer war ein katholischer Geistlicher, der in Hamburg zum Protestantismus übergetreten war. Er richtete hier einen Gasthausbetrieb ein. Im Park legte er allerlei Laubengänge und Verstecke ein. Um die Ehrbarkeit seines Unternehmens vor der Welt darzutun, brachte er zur Tarnung den obigen Spruch an. Im Haus und Park spielte sich in Wirklichkeit ein höchst liederliches Leben ab.
Durch den Stadtteil verläuft in Nord-Süd-Richtung die Autobahn A 7, am Autobahndreieck Hamburg-Nordwest zweigt davon die A 23 nach Heide (Holstein) ab. Die Bundesstraße 4 führt ebenfalls durch Eidelstedt. Sie verläuft zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Stellingen (Nr. 26, im gleichnamigen Stadtteil und an der A 7 gelegen) und Hamburg-Eidelstedt (Nr. 21, an der A 23) auf der Autobahn, die in diesem Bereich 1964 zur Umgehung des Eidelstedter Ortskerns eröffnet wurde. Dennoch ist bis heute die frühere Strecke der B 4 eine vielbefahrene Durchgangsstraße geblieben. Sie wurde in einigen Teilen zweispurig ausgebaut, besitzt jedoch eine Reihe von ein- und anderthalbspurigen Engpässen. Am Eidelstedter Platz trifft sie mit der äußersten der drei Hamburger Ringstraßen, dem Ring 3, zusammen, der im Bereich von Eidelstedt fast durchgehend einspurig ist. Regelmäßige Verkehrsstauungen zu den Spitzenzeiten sind die Folge. Davon mit betroffen sind die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs, die ihre hier entstandenen Verspätungen bis in entfernte Stadtteile tragen.
Am südwestlichen Rand Eidelstedts verläuft die Eisenbahnstrecke Hamburg-Altona–Elmshorn mit den umfangreichen Anlagen des Bahnbetriebswerks Hamburg-Eidelstedt, das 1991 auf dem Gelände des stillgelegten Rangierbahnhofs Eidelstedt eröffnet wurde, wo auch die Wartung der ICE-Züge vorgenommen wird. Am nördlichen Rand der Bahnanlagen verläuft die Strecke Diebsteich–Pinneberg der S-Bahn Hamburg mit den Bahnhöfen Eidelstedt (schon auf dem Gebiet von Stellingen) und Elbgaustraße der Linien S21 (Elbgaustraße – Aumühle) und S3 (Pinneberg – Stade). Nordwestlich des letzteren befindet sich das Instandhaltungswerk Elbgaustraße der S-Bahn Hamburg.
Am Bahnhof Hamburg-Eidelstedt trifft die Stammstrecke der Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster (AKN), die den Stadtteil in Nord-Süd-Richtung durchquert, auf die S-Bahn-Strecke. Die Züge der AKN (Linie A1) beginnen und enden hier. Der Eidelstedter Bahnhof ist zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 renoviert worden. Außerdem wurde im Jahre 2006 eine kreuzungsfreie Einfädelung der eingleisigen AKN-Strecke geschaffen. Der nördlich und etwas abseits des Eidelstedter Ortskerns gelegene Bahnhof Eidelstedt Ost wurde 2004 durch die modern anmutende Station Eidelstedt Zentrum ersetzt. Ab hier ist die Strecke in Richtung Norden zweigleisig. Am nördlichen Rand des Stadtteils befindet sich seit 2004 der neue Bahnhof Hörgensweg in der Nachbarschaft einiger großer Bau- und Supermärkte und der Julius-Leber-Gesamtschule.
Die südliche Grenze Eidelstedts bildet die Hamburger Güterumgehungsbahn nach Rothenburgsort, die nördlich des Eidelstedter Bahnhofs in den Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofs einmündet und dort Anschluss an die Strecke nach Elmshorn–Neumünster hat.
In Eidelstedt verkehren die Metrobuslinien 4 (Wildacker – Hauptbahnhof ZOB/HafenCity) und 21 (Teufelsbrück, Fähre – U Niendorf Nord) sowie die Schnellbuslinie 39 (Teufelsbrück, Fähre – U Wandsbek Markt). Zusammen mit den Stadtbussen der Linien 181 (U/S Sternschanze – Jaarsmoor), 183 (Bahnhof Altona – Kalvslohtwiete), 185 (Neißestraße – Ellerhoop, Dorfstraße), 186 (S Othmarschen – S Halstenbek), 281 (S Krupunder – U Lattenkamp), 283 (Kalvslohtwiete – Elbe-Einkaufs-Zentrum) und 284 (Neißestraße – IKEA Schnelsen) sowie den drei Nachtbuslinien 603 (Rathausmarkt – Grothwisch), 613 (A-Eidelstedt Zentrum – S Krupunder) und 623 (Deepenbrook – Quickborn) hat der Stadtteil eine Gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.
In Eidelstedt erscheint seit mehr als 30 Jahren eine Stadtteilzeitung, der „Eidelstedter Anzeiger“ mit einer Auflage von rund 30.000 Exemplaren. Am 18. August 2012 erschien der „Eidelstedter Anzeiger“ zum ersten Mal unter seinem neuen Namen „MARKT“. Als weitere Publikation erscheint das „Eidelstedter Wochenblatt“.
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