Synagoge Montmartre

Die Synagoge von Montmartre ist eine Synagoge im Pariser Stadtviertel Montmartre. Sie wurde 1939 bis 1940 von der Association cultuelle israélite de Paris (Israelitische Kultusgemeinde von Paris, A.C.I.P.) unter dem Architekten Germain Debré errichtet. Sie befindet sich in der Rue Saint-Isaure Nr. 13 im 18. Arrondissement. Die nächsten Métrostationen sind Jules Joffrin an der Linie 12 und Simplon an der Linie 4.

In den 1880er Jahren hatten sich viele jüdische Einwanderer um Montmartre angesiedelt. 1907 kaufte die Association cultuelle israélite de Paris ein ehemaliges Theater mit 400 Plätzen, das der Architekt Lucien Hesse zur Synagoge umbaute. Der Kauf des Gebäudes wurde durch eine Spende der Gemahlin von Edmond de Rothschild ermöglicht. Am 27 Juni 1907 wurde die Synagoge durch den Großrabbiner J. H. Dreyfuss eingeweiht. Sehr bald erwies sich das Gebäude als zu klein und veraltet. Bereits ab 1936 entwarf der Architekt Germain Debré Pläne für eine neue Synagoge. Am 9. Juli 1939, ein knappes Jahr, nach dem die Synagogen in Deutschland in der sogenannten Reichspogromnacht zum großen Teil zerstört wurden, erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge von Montmartre. Bei den Attentaten auf Pariser Synagogen am 3. Oktober 1941 wurde die Synagoge von Montmartre durch einen Bombenanschlag schwer beschädigt.
Die Synagoge von Montmartre ist eine Betonkonstruktion. Im Gegensatz zu ihrem bescheidenen Vorgängerbau weist die Fassade der neuen Synagoge einen monumentalen Charakter auf. An den erhöhten Mitteltrakt schließen sich auf beiden Seiten zweistöckige, abgerundete und von großen Fenstern durchbrochene Seitenflügel an. Zwei Säulen, eine Anspielung auf die Säulen des Tempels Salomons, tragen den Türsturz des Portals. Im Zentrum der Fassade befindet sich eine große Fensterrose, deren Speichen den Davidstern (Magen David) bilden. Unter der Rosette sind zwei große Steinplatten in Form der Gesetzestafeln angebracht, auf denen in hebräischer Sprache die Zehn Gebote eingemeißelt sind. Über dem Eingang steht in Französisch die Inschrift: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Der Grundriss der Synagoge ist fast quadratisch. Auf drei Seiten umlaufen Emporen den Innenraum. Die Bima steht vor dem Toraschrein und nicht in der Mitte des Raumes wie in den orthodoxen Synagogen üblich. Der Toraschrein ist von einem Rahmen aus Marmor eingefasst. In seiner Mitte prangt der Davidstern mit den Gesetzestafeln. Über der Bima, die von achtarmigen Leuchtern umgeben ist, befindet sich eine kleine, von Glassteinen durchbrochene Kuppel. Die Wände sind mit hebräischen Inschriften versehen. Die Balustraden der Emporen tragen die Namen der Patriarchen, der biblischen Könige, der Propheten und − was seltener vorkommt − die Namen berühmter Frauen der Bibel. Auf den Fußbodenfließen des Vorraumes ist der Davidstern dargestellt.
Belleville | Buffault | Cadet | Chasseloup-Laubat | Copernic | Gaston-de-Caillavet | Montevideo | Montmartre | Notre-Dame-de-Nazareth | Pavée | Roquette | Saint-Lazare | Tournelles | Victoire
48.8936492.344004Koordinaten: 48° 53′ 37″ N, 2° 20′ 38″ O

Villa Tidenheim

Villa Tidenheim ist eine Ortsbezeichnung (Mittellateinisch villa = Dorf, Dorfmark, Siedlung, Hof) im Lorscher Codex. Sie erscheint in dieser Schreibweise nur einmal urkundlich, und zwar mit Bezug zu einer Schenkung eines gewissen Scerphuin in Tidenheim an das Kloster Lorsch „an dem 13. kalenden des April im 14. (Regierungs-)Jahr des Königs Karl“ – das war der 20. März des Jahres 782. In dieser Schenkung wird auch eine Kirche erwähnt. Die Eintragung führt an, dass der Abt des Klosters damals Gundeland war – ein Irrtum, denn Gundeland war bereits 778 gestorben.
Im Lorscher Codex finden sich weitere ähnlich klingende Ortsbezeichnungen (Ditincheim, Titincheim, Tintingheim, Tittingesheim) mit unterschiedlichen Zeitangaben, die sich auf eine Siedlung im Niddagau beziehen. Auch in den Eppsteinschen Lehensverzeichnissen werden etwa Dyedenkeim und Didencheim genannt. Allgemein wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um unterschiedliche Schreib- und Bildungsweisen des Namens eines einzigen Dorfes handelt, da das Mittelalter noch keine verbindliche Rechtschreibung von Ortsbezeichnungen kannte. Die heutige Schreibweise ist Dietigheim.
Sprachwissenschaftlich ist allerdings festzustellen, dass Tidenheim und Dietigheim zwar aus dem Personennamen Tido/Dito bzw. einer Ableitung davon gebildet wurden, an die dann die Endung „-heim“ angehängt wurde. Grammatisch gesehen unterscheiden sich aber beide Formen; gab es also doch zwei verschiedene Dörfer? Dafür spricht, dass im Codex Eberhardi des Klosters Fulda wiederholt der Name „Dito“ erscheint, z. B. ein „Dito comes“ genannt wird, der dem Kloster in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts Schenkungen machte. „Dito“ ist als Eigenname also verbürgt und damit auch seine Verwendung in dem „-heim“-Ort „villa Tidenheim“, wobei es im Codex Eberhardi jedoch keinen Hinweis auf eine Verbindung zum „comes“ gibt.
C.D. Vogel führte 1843 in seiner „Beschreibung des Herzogthums Nassau“ aus, Tidenheim habe bei Eschborn gelegen und sei 875 durch ein „Hochgewitter“ zerstört worden, jedoch erinnere noch der Namen eines Feldes daran. Über das gleiche Unglück, allerdings ohne Nennung von Tidenheim, berichtete schon 1731 Johann Adam Bernhard in seinen Antiquitates Wetteravae und gibt sogar zwei Quellen an, in denen diese Nachricht enthalten sei.
Eine mögliche Lokalisierung bot 1865 Friedrich Scharff, der zwar feststellt, das Tidenheimer Feld lasse sich nicht belegen, sich dann aber auf den Bürgermeister Kuntz bezieht. Von diesem habe er erfahren, dass sich in einem bestimmten Bereich, dessen Flurnamen er angibt, „Basalt- und Ziegelsteine“ im Boden gefunden hätten, die auf eine kleine Kirche oder Kapelle hindeuten könnten .
Friedrich Kofler bestritt rund 40 Jahre später die Angaben Vogels und berief sich hinsichtlich des an Tidenheim erinnernden Feldes (ohne Scharffs‘ Hinweis zu erwähnen) auf einen von ihm befragten Eschborner Pfarrer, dem es unbekannt war. Die in den letzten Jahren herausgegebene Flurnamenkarte der Historischen Gesellschaft Eschborn für die Zeit vor 1887 zeigt ebenfalls nichts Ähnliches auf, wobei allerdings einschränkend zu sagen ist, dass dabei auch Grundstücksbezeichnungen mit „Chaussee“ und „Eisenbahn“ erscheinen, die nicht gerade auf ein hohes Alter dieser Flurnamen hinweisen, andererseits aber auch nichts über das Alter der übrigen aussagen.
Kofler ortete sein „Dietigheim“ im Tal unterhalb des heutigen Bad Homburger Schlosses, das demnach nicht mit Vogels Tidenheim identisch sein kann. Er konnte seine Auffassung zusätzlich mit Schriftquellen untermauern, aus denen sich ergab, dass die ursprüngliche Bezeichnung des „Tals“ tatsächlich Dietigheim war. Auch in den „Eppsteinschen Lehensverzeichnissen“ wird Dietigheim als „iuxta Hohenberch“ bezeichnet, also in der Nähe von Homburg befindlich – dem heutigen Bad Homburg, das den Zusatz „Bad“ erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt.
Dies sagte jedoch nichts über das Alter der im Tal gelegenen Siedlung aus. Ausgrabungen im Jahre 2002 haben nun ergeben, dass die dortige Ansiedlung frühestens um 1300 entstanden ist. Verschiedene Umstände (zum Beispiel die Tatsache, dass „-heim“-Namen nur etwa bis Ende des 8. Jahrhunderts vergeben wurden, die Siedlung „Dietigheim“ also schon lange vor 1300 existiert haben musste) deuten darauf hin, dass es sich um eine der im Mittelalter recht häufigen Umsiedlungen handelte. Es ist aber nicht ersichtlich, woher die Umsiedler kamen, da darüber keine direkten Schriftquellen vorliegen. Aus dem Tidenheim bei Eschborn kamen sie jedenfalls nicht, denn das war ja nach Vogels Angaben bereits 875 untergegangen. So ist wohl davon auszugehen, dass es ein zweites Dorf gab – jedoch wo?
Lediglich als Vermutung existiert die Überlegung, Dietigheim könne in dem Areal mit dem Flurnamen „Hofstadt“ in Gonzenheim , einem Vorort östlich von Bad Homburg, gelegen haben. Kofler zitiert in seinem in Englisch geschriebenen Führer zu Homburg 1880 eine alte Sage, nach der Gonzenheim früher viel größer gewesen sei und dort auch eine Burg der homburgischen Ritter Brendel gelegen habe. Eine Interpretation, dass Dietigheim mit der Brendelschen Burg nach Homburg „umgezogen“ sein könnte, wäre zwar möglich, reicht allerdings kaum als überzeugender Beweis aus.
Abweichend davon wird auch das Georgenfeld in der entgegengesetzten, westlichen Richtung als möglicher Standort von Dietigheim vermutet. Eine Klärung dieser Frage steht aus.

Rozelle House

Rozelle House ist ein Herrenhaus in der schottischen Stadt Ayr in der Council Area South Ayrshire. 1971 wurde das Gebäude in die schottischen Denkmallisten in der höchsten Kategorie A aufgenommen. Des Weiteren bildet es zusammen mit der Rozelle Lodge ein Denkmalensemble der Kategorie B.

Die Ländereien befanden sich über Jahrhunderte in Besitz des Burghs Ayr. Erst 1754 sah sich die Stadt zur Reduktion ihres Schuldenstandes zum Verkauf genötigt. Der Geschäftsmann Robert Hamilton, der sein Vermögen mit dem Zucker- und Tabakhandel auf den Westindischen Inseln gemacht hatte, erwarb die Ländereien zum Preis von 2000 £. Im selben Jahr ließ Hamilton den Bau von Rozelle House beginnen. Das im Jahre 1760 fertiggestellte Gebäude wurde Rozelle nach Rochelle, dem Familienanwesen auf Jamaika, benannt.
Zwischen 1829 und 1831 wurde Rozelle House durch den schottischen Architekten David Bryce überarbeitet. Bis zum 15. November 1968 befand sich das Anwesen in Familienbesitz, als John Hamilton es der Stadt Ayr schenkte. Zuvor war die Familie bereits in finanzielle Schwierigkeiten geraten und musste Teile der Ländereien veräußern. Die Stadt nutzt Rozelle House zu kulturellen Zwecken. So ist unter Anderem in dem Herrenhaus das Ayrshire Yeomanry Museum und in den ehemaligen Stallungen die Maclaurin Galleries eingerichtet.
Der Corps de Logis des palladianischen Herrenhauses ist zweistöckig. Mittig tritt der Eingangsbereich hervor. Er wird über eine kurze Vortreppe erreicht und ist mit Gesimse und Blendpfeilern gestaltet. Beidseitig gehen einstöckige geschwungene Flügel von diesem Gebäudeteil ab, die jeweils einen Viertelkreis beschreiben. Sie verbinden den Haupttrakt mit den vorgelagerten Pavillons. Der rechte Pavillon ist drei Achsen weit und mit zentraler Eingangstüre gestaltet. In dem linken Pavillon waren ehemals die Stallungen untergebracht. Ein Gesime bekrönt den Torweg zu dem Innenhof. Der Torweg ist mit Segmentbogen mit Schlussstein gearbeitet.
55.436527777778-4.6284444444444Koordinaten: 55° 26′ 12″ N, 4° 37′ 42″ W

Mount Elgon

Der Mount Elgon ist ein erloschener Vulkan an der Grenze von Uganda im Westen und Kenia im Osten. Sein Krater hat einen Durchmesser von etwa 12 Kilometer. Er wurde nach der Volksgruppe der Elgonyi benannt, die bis in das 20. Jahrhundert an der Südseite des Berges lebten. Bei den Massai in Kenia heißt er Ol Doinyo Ilgoon, auf der ugandischen Seite Masaba oder Masawa.

Der Mount Elgon gehört zu den höchsten Bergmassiven Ostafrikas. Er liegt 100 km nordöstlich des Victoriasees. Trotz seiner Höhe beträgt die Hangneigung im Durchschnitt nur etwa 4 Grad. Das Berggebiet hat eine Ausdehnung von 80 km von Norden nach Süden und 50 km in Ost-West-Richtung. Die internationale Grenze verläuft entlang des Flusses Suam, der nach Nordosten abfließt, und des Lwakaka, der nach Süden fließt und bis nahe Tororo die Grenze bildet.
Er ist der älteste der zum Großen Afrikanischen Grabenbruch gehörenden Vulkane. Er entstand im Miozän, sein letzter größerer Ausbruch geschah vor etwa 12 Millionen Jahren. Seit 3 Millionen Jahren ist er nicht mehr ausgebrochen. Damals brach hauptsächlich flüssige Lava aus, die für die heutige, flach ansteigende Form des Schildvulkans verantwortlich ist. Moränen am Gipfel, die bis auf 3500 Meter Höhe herabreichen, und kleine Kraterseen weisen darauf hin, dass der Berg im Pleistozän (vor 1,5 Millionen Jahren) von Gletschern bedeckt war.
Der sich über beide Länder erstreckende Mount-Elgon-Nationalpark ist von der ugandischen und der kenianischen Seite erreichbar. Außer den beiden Grenzflüssen entspringen am Mount Elgon einige weitere Flüsse, darunter an der Ostseite der Nzoia, der in den Viktoriasee mündet. Der Suam entspringt innerhalb des Kraters und strömt durch eine etwa 3500 Meter hoch gelegene, begehbare Schlucht in der Caldera. Am unteren Talausgang liegen heiße Quellen. Diese und eine weitere Schlucht auf ugandischer Seite wurden durch das abfließende Schmelzwasser der Gletscher in dem weichen vulkanischen Gestein gebildet. Der Schutzstatus für das Gebiet wird bereits durch seine wichtige Funktion als Wassereinzugsgebiet für den Turkana-See und den Kyoga-See gerechtfertigt
Am Berg kann es besonders in höheren Regionen ganzjährig regnen, die meisten Niederschläge fallen zwischen April und Oktober. Im Norden und Osten werden 1500 Millimeter Jahresniederschlag, im Süden und Westen 2000 Millimeter gemessen. Die Böden innerhalb der Caldera und an den höher gelegenen Bergflanken bestehen überwiegend aus einer dünnen Schicht mit dunklem dauerfeuchtem Lehm, erst in tieferen Regionen finden sich humushaltige rotbraune Lehmböden, die für einen relativ intensiven landwirtschaftlichen Anbau geeignet sind.
Artenreicher Tieflandregenwald ist praktisch nicht mehr vorhanden. Bis in 2500 Meter Höhe gedeiht ein gemischter Bergwald, in dem im etwas trockeneren Norden Steineiben, Wacholder und Ekebergia (ein Mahagonigewächs) und im Süden Prunus africana und Olea welwitschii (Gattung Ölbäume) vorherrschen. Zwischen 2400 und 3000 Meter folgen lichte Bambuswälder, die aber keinen geschlossenen Gürtel bilden. An den Nordhängen haben Rinderweiden zu einem offenen Grasland geführt. Gegen die seit den 1970er und 1980er Jahren verstärkt zu beobachtende Bodendegradation wurde 1996 ein Projekt zum Schutz des Waldreservates gestartet.
Oberhalb von 3500 Meter beginnt die Grasvegetation mit Heidekrautgewächsen der afrikanischen Hochmoorzone. Außerhalb der Caldera sind vereinzelt Strohblumen und Lobelien zu sehen, innerhalb ein Alchemilla elgonensis genannter Zwergbusch. In der Caldera fallen besonders Senecio elgonensis ins Auge. Insgesamt ist das Gebiet sehr reich an Tier- und Pflanzenarten, darunter sind Elefanten, Leoparden, Primaten (Schwarz-weiße Stummelaffen und Rotschwanzmeerkatze) und 144 Vogelarten.
Rudolf Kmunke (1866–1918) und Robert Stigler (1878–1975) bestiegen am 14. Dezember 1911 den Wagagai und den Koitobos, den sie Kaiser-Franz-Joseph-Spitze nannten. Zu dieser Expedition gehörten vier Europäer und 200 bis 250 afrikanische Träger und Helfer. Der Sudek-Gipfel war bereits 1890 von Fredrick Jackson und Ernest Gedge bestiegen worden. Sie durchquerten die Caldera von Norden nach Süden und waren mit 400 Bediensteten unterwegs. Der Schotte Joseph Thomson erkundete 1883 den Südhang des Berges. 1896 wurde das Bergmassiv vom britischen Kolonialverwalter Charles William Hobley (1867–1947) erstmals umrundet.
Das Mount-Elgon-Gebiet ist wegen seiner hohen Niederschläge und fruchtbaren Böden seit Jahrhunderten ein bevorzugtes Siedlungsgebiet. Seit dem 16. Jahrhundert siedelten verschiedene Kalendjin-Gruppen teilweise in Höhlen auf dem Berg; in den folgenden Jahrhunderten breiteten sie sich von den höheren in tiefer gelegene Gebiete aus. Zu den eher schlanken und hoch gewachsenen nilotischsprachigen Volksgruppen der Region gehören die Nandi, die Ogiek und Sabaot. Die meisten Kalendjin wechselten im Verlauf des 20. Jahrhunderts wegen des knapper werdenden Landes von Viehwirtschaft (Rinderzucht) zu Ackerbau; an erster Stelle stehen der Anbau von Mais und Gemüse. Im 19. Jahrhundert wanderten bantusprachige Gruppen der Luhya ein, die von den Briten pauschal als Kavirondo bezeichnet und gegenüber den aufständischen Kalendjin unterstützt wurden. Sie waren bald zahlenmäßig überlegen.
Die ebenfalls zu den Kalendjin gezählten Elgonyi lebten zur Zeit der britischen Inbesitznahme Ende des 19. Jahrhunderts überwiegend in Höhlen in höher gelegenen Waldgebieten und betrieben Viehzucht. Anfang des 20. Jahrhunderts wechselten sie zu Landwirtschaft, 1925 wurde ihre Zahl mit abnehmender Tendenz auf 5000 geschätzt. Durch das 1926 von den Briten in den Höhenlagen eingerichtete Waldschutzgebiet wurden die Elgonyi von ihrer angestammten Region vertrieben, teilweise wurden sie zwangsweise nach Uganda umgesiedelt. Die Elgonyi wurden in europäischen Fachkreisen bekannt, als sie 1925 von Carl Gustav Jung aufgesucht wurden, der an den Mount Elgon gereist war, um sie über ihre Träume auszufragen. Jung erfuhr darüber von den schweigsamen Elgonyi jedoch so gut wie nichts.
Die hohe Bevölkerungsdichte und die nahezu vollständige wirtschaftliche Abhängigkeit aller Bevölkerungsgruppen von Ackerbau oder Viehzucht hat zu einer akuten Landknappheit geführt. Seit August 2006 ist die im Gebiet des Mount Elgon lebende Bevölkerung zunehmend von Gewalt bedroht, die durch bewaffnete Banden, private Truppen oder Polizeieinheiten ausgeübt wird. Die Sabaot wurden in den 1930er Jahren während der britischen Kolonialzeit an den Ausläufern des Berges angesiedelt, wo sie auf die in höheren Regionen siedelnden Ogiek stießen. Durch die Ausweitung des Mount Elgon Nationalparks wurden ab dem Jahr 2000 die Ogiek in das Gebiet der Sabaot vertrieben. Die Saboat bewaffneten sich ab Mai 2006, um gegen die nach ihrer Meinung von der Regierung in der Landfrage bevorzugten Ogiek vorzugehen. Sie bildeten die Sabaot Land Defence Force (SLDF), die Ogiek organisierten sich in der Folge in den Moorland Forces, die von den kenianischen Sicherheitskräften unterstützt werden und nach ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet, den Hochmooren am Mount Elgon benannt sind. Die Sabaot-Rebellen sollen Waffen aus Uganda oder Südsudan erhalten, die sie im Kampf gegen die von Regierungsseite durchgeführten Militäroperationen einsetzen. Die Zivilbevölkerung ist in dem international kaum beachteten Konflikt der Gewalt beider Seiten ausgesetzt.

Alfonso de Aragón y Foix

Alfonso de Aragón y Foix, auch Alfonso I de Gandía el-Viejo genannt (* wohl 1332; † 5. März 1412) war der älteste Sohn von Pedro, Infant von Aragón, Graf von Ribagorza, Ampurias und Prades, und Jeanne de Foix; er war somit ein Enkel von König Jakob (Jaime) II. von Aragón und ein Vetter von König Peter (Pedro) IV.
1355 erhielt er den Titel eines Grafen von Dénia. Als 1366 der Kastilische Bürgerkrieg zwischen Peter den Grausamen und Heinrich von Trastamara begann, in dem Aragón Heinrich unterstützte, befehligte die katalanischen Streitkräfte, die Peter IV. von Aragón zur Entthronung Peters I. von Kastilien geschickt hatte. Er führte die Soldaten auf die Südseite des Flusses Júcar und verstärkte dadurch die Verteidigung der Stadt Valencia gegen die Angriffe König der Kastilier. 1367 kämpfte er in der Schlacht von Nájera. Die Unterstützung brachte ihm nach dem Tod Heinrichs (1379) durch dessen Sohn und Nachfolger Johann I. von Kastilien 1382 den Titel eines Marqués de Villena und eines Condestable de Castilia ein. Die Feindseligkeit des kastilischen Adels verhinderte jedoch, dass er sich in diesem Amt lange halten konnte. 1381 hatte er die Nachfolge seines Vaters als Graf von Ribagorza angetreten.
Bei der Invasion des Grafen von Armagnac stand er (jetzt wieder im Dienst Aragóns) auf Seiten des Infanten Martin, Bruder des Königs Johann I.. Als dieser 1395 die Nachfolge antrat, behielt er seine machtvolle Position; er nahm an den Cortes von Saragossa 1398 teil, assistierte im Jahr darauf bei der Krönung des Monarchen, und wurde 1399 zum Herzog von Gandía ernannt. Als der Monarch 1410 ohne ihn überlebende Söhne starb, erhob er Ansprüche auf die Nachfolge, starb jedoch selbst, bevor die Unterhändler im Kompromiss von Caspe die Wahl treffen konnten.
Aus seiner Ehe mit Violante Eiximenis de Arenós, Tochter von Gonzalo Ximénez und Timbor de Bellpuig, die er 1355 schloss, hatte er sieben Kinder, darunter:

Wladimir Jewgenjewitsch Korepin

Wladimir Jewgenjewitsch Korepin (russisch Владимир Евгеньевич Корепин, englische Transkription Vladimir Korepin; * 6. Februar 1951) ist ein russischer mathematischer Physiker.
Korepin machte 1974 sein Diplom in theoretischer Physik und wurde 1977 bei Ludwig Faddejew an der Universität Leningrad promoviert (Quantengravitation). 1985 habilitierte er sich (russischer Doktortitel). Er war bis 1989 am Steklow-Institut in Leningrad und ist seit den 1990er Jahren Professor an der State University of New York at Stony Brook (SUNY).
In seiner Diplomarbeit entdeckte er unabhängig von Martinus Veltman und Gerardus ’t Hooft, dass sich die Ultraviolett-Divergenzen in der ersten Ordnung Störungstheorie (Ein-Schleifen-Näherung) der Quantengravitation auf der Massenschale aufheben.
Danach befasste er sich mit integrablen Modellen in Quantenfeldtheorie (z.B. massives Thirring Modell), mathematischer Physik (Sine-Gordon-Gleichung, nichtlineare Schrödingergleichung u.a.) und statistischer Mechanik und Festkörperphysik (u.a. 6-Vertex-Modell, Hubbard-Modell, Anyonen, Lieb-Liniger Modell des Bosegases in einer Dimension). Außerdem befasst er sich mit Quanteninformationstheorie und Quantenverschränkung (Entanglement Entropy in verschiedenen Modellen der Quantenstatistik).